Gemüse - Radieschen

die ersten Frühlingsboten im Garten




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Radieschen
 Rezeptregister-Nr:  R256
 Erfassungsdatum:  26. 07. 2012

Beschreibung:

Ein sehr häufig im zeitigen Frühjahr genutzte Gartenpflanze ist das Radieschen. In manchen Gegenden wird das Radieschen auch Radies genannt. Der Name des Radieschen leitet sich vom lateinischen Wort "Radix", was soviel wie Wurzel bedeutet, ab.

Das bis zu vier Zentimeter dicke Speicherknollengewächs ist außen meistens rot bis weinrot und hat einen scharfen Geschmack, der durch in der Knolle enthaltene Senföl verursacht wird.

Die Herkunft des Radieschens ist bis heute unklar. Jedoch hat es sich im 16. Jahrhundert von Frankreich beginnend über ganz Europa verbreitet.

Mittlerweile gibt es viele Sorten die teilweise Kugelrund, Zylindrisch oder in Rübenform wachsen.

Radieschen werden zwischen den klassischen frühen Sorten die im Frühjahr oder im Herbst angebaut werden und den so genannten "Sommerradies" die auch bei großer Hitze Fruchtknolle ausbilden.

Bekannt sind:

  die weißen "Eiszapfen" die an einen kleinen Rettich erinnern,
  die weiß zylindrischen "White Breakfast",
  die rot-weißen zylindrischen "Duett",
  die runden rot-weißen "Isabell" und
  die runden gelben "Goldball".

Eine eher seltene Sorte aus der Gegend von Wien ist der Riese von Aspern der einen Durchmesser von 6 Zentimeter hat und in der Arche der Geschmacks bei Slow Food aufgenommen wurde.

Meistens werden Radieschen in unseren Hobbygärten im Frühjahr, ab März unter Folie und ab Mai im Freiland angebaut. Bei sehr warmen Frühlingswetter kann die Aussaat auch direkt im Freiland erfolgen. Herbst und Wintersaaten werden meistens nur Gewerblich vorgenommen.

Dabei erwartet das Radieschen eine Kompostdüngung, denn bei Unterdüngung entwickelt sich kaum eine Knolle. Auch darf das Radieschen nicht zu trocken stehen da sich das negativ auf Geschmack und Konsistenz auswirkt.

Radieschen werden in Reihen mit einem Abstand von etwa 5 Zentimetern ausgesät. Jedoch können die Radieschen auch gut in Mischkultur zwischen anderen Gemüsesorten angebaut werden.

Dabei vertragen sich Radieschen gut mit Bohnen, Erbsen, Kresse, Kohl, Kopfsalat, Mangold, Möhren, Spinat und Tomaten. Weniger eignen sich Radieschen zwischen Gurken und Wassermelonen.

In Deutschland gewerblich angebaute Radieschen kommen zu 85 Prozent aus der Gegend um Schifferstadt im Rhein-Pfalz-Kreis.

Nach der Ernte sollten Radieschen möglichst rasch verzehrt werden. Im Kühlschrank aufbewahrt kann man sie mehrer Tage frisch halten, wenn man sie in ein feuchtes Tuch einschlägt und das Laub entfernt. Von der Lagerung in Luftdicht abgeschlossenen Behältern ist abzuraten.

Die Knollen der Radieschen werden meistens roh in dünne Scheiben geschnitten oder geraspelt verzehrt. Auch sind sie mittlerweile Bestandteil von gemischten Salaten. Als Brotauflage sind Radieschen leicht gesalzen - zur Milderung des scharfen Geschmacks - auch sehr beliebt.

Weniger Beliebt ist das Blattgrün der Radieschen. Gekocht, ähnlich wie Spinat, oder als Salat werden sie in der Gourmetküche sehr gerne verwendet.

In der sozialistischen Arbeiterbewegung wurde das Radieschen zur Beschreibung der sogenannten Revisionisten verwendet. So hat Kurt Tucholsky zur Beschreibung der SPD sein Gedicht "Feldfrüchte" im Jahr 1926 verfasst in dem es heißt "…Hermann Müller, Hilferließchen, blühn so harmlos, doof und leis, wie bescheidene Radieschen: außen rot und innen weiß"