Pastinake

ein leckeres Gemüse, das fast in Vergessenheit geraten ist




Kategorie: Gemüse - Wurzelgemüse

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Rezeptregister-Nr: P193
Erfassungsdatum: 15.07.2011

Beschreibung:

Die Wildform der Pastinake kommt in Europa und im westlichen Asien vor und zählt zu den ältesten Sammelpflanzen in Europa und Asien. Kultiviert wird die Pastinake schon seit alters her. In der Zeit der großen Pestepedemie im 14. Jahrhundert wurde der Saft der Pastinake als Heilmittel gegen die Pest verwendet, weshalb die Pastinake auch "Pestnacke" genannt wird.

Der heutige Gemüse-Pastinak wurde aus der Wildform kultiviert. In unserer Gegend wird sie deshalb auch "Germanenwurzel" genannt.

Das Grundnahrungsmittel in Mitteleuropa war im Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert die Pastinake. Leider geriet die Pastinake wegen der langen Reifezeit von etwa 7 Monaten durch die Kultivierung von Kartoffel und Möhre fast in Vergessenheit.

Als ein sehr wohlschmeckendes Wintergemüse erlebt Pastinake in den Küchen weltweit ein Comeback.

Sie ist süßlich-würzig im Geschmack auch etwas herb und ist der Petersilienwurzel sehr ähnlich.

Sie lassen sich backen oder kochen und zu Cremesuppen und Pürees verarbeiten.

Als Gemüsebrei in der Babynahrung wird der Pastinak wegen seines geringen Nitratgehaltes besonders gerne verwendet.

Man kann die Pastinake geraspelt wie Selleriesalat zubereiten. Zum braten ist die Pastinake nur bedingt geeignet. Je dunkler die Pastinake beim braten wird, umso mehr Bitterstoffe werden abgegeben. Das gleiche passiert bei zu langer Lagerung.

Als Klassiker in der englischen und amerikanischen Küche wird die Pastinake als "Mashes parsnips" (Pastinakenpüree) verwendet. Pastinakenpüree wird genauso wie Kartoffelpüree hergestellt und ist geschmacklich wesentlich aromatischer. Iren und Skandinavier wissen das alte Wurzelgemüse ebenfalls als Delikatesse zu schätzen.

Traditionell wird das Pastinakenpüree bei den Engländern und Amerikaners zu gebratenem oder gegrillten Fleisch serviert. Auch werden in England und der USA Chips die den Kartoffelchips sehr stark ähneln hergestellt.

Aufgrund des hohen Stärkegehaltes hat mit im frühen Mittelalter auch Wein und Bier aus der Pastinake hergestellt. Eingekocht als dickflüssiger Sirup wurde die Pastinake als Brotaufstrich oder Süßmittel von den Armen in dieser Zeit verwendet.

Auch die Blätter der Pastinake können, ähnlich wie die Petersilie, zum würzen von Suppen und Salaten verwendet werden.

Zur Vorratshaltung kann man die Wurzel putzen, in Würfel schneiden, blanchieren und einfrieren.

In getrockneter Form ist die Pastinakenwurzel meistens in getrocknetem Suppengrün enthalten.